Wiesbaden, im Oktober 2002
Christoph Müller
VFH Wiesbaden, FB Polizei
Studiengruppe: 2/2001/01
Matrikelnummer: 015820



Informationstechnik

Hauptstudium

Dozent: Dr. Edling



Referat zum Thema

"Content Management System - CMS"



Inhalt

Schluss

Danksagung

Erklärung

Quellennachweis



Was ist ein Content Management System?

Ein Content Management System (CMS) ist eine Software, die dazu dient komplexe Internetseiten zu erstellen, zu verwalten und zu pflegen. Es handelt sich um eine zentrale Datenbankanwendung, die mit einem Browser über eine Internet- oder Intranetverbindung bedient werden kann. Bei der Hessischen Polizei wird der Internet-Explorer von Microsoft verwendet. Eine zusätzliche Software ist nicht erforderlich. Der Server für das Content Management System steht zurzeit noch beim PTLV, später soll er einmal bei der HZD untergebracht werden.

Durch eine integrierte Benutzerverwaltung können verschiedene Rechte und Berechtigungen an einzelne Nutzer oder Nutzergruppen vergeben werden. Das Einloggen ist über jeden POLAS-Arbeitsplatz möglich. Das bei der Hessischen Polizei eingeführte Content Management System stammt von der Fa. ICTeam Internet Consulting GmbH in Trier (www.icteam.de).


Wozu dient ein Content Management System?

Mit einem Content Management System werden die für den Aufbau einer Webseite benötigten Textdateien, Bild- und Grafikdateien, Sounddateien usw., verwaltet. Über Layoutvorlagen, sogenannte "Templates" wird die Darstellung einer Webseite festgelegt. Zurzeit werden die "Templates" noch durch die Fa. ICTeam programmiert. Später sollen neue Templates auch durch das Landesredaktionsteam erstellt werden können. Durch die Verwendung von "Style Sheets" wird das Erscheinungsbild von Texten (vor-)bestimmt und vereinheitlicht.

Die Navigationsstruktur der Webseite wird davon getrennt erstellt und bearbeitet. Die Erstellung und Pflege der "Form" wird von der Gestaltung des "Inhaltes" getrennt. Inhalte werden zentral auf dem Server gespeichert und können dann dezentral von mehreren Redaktionen bearbeitet und verwendet werden.


Warum ein Content Management System verwenden?

Ein Content Management System bietet die Möglichkeit durch eine zentrale Erstellung, die Festlegung der Navigationsstruktur, die Verwendung von Layoutvorlagen (Templates) und die Definition von Style Sheets ein einheitliches Design einer Internetpräsenz zu erreichen. Bereiche, die das Erscheinungsbild bestimmen und das Navigationsmenü können (zentral) fest definiert werden. Lediglich die Inhaltsbereiche können unter Verwendung von "Templates" gestaltet werden.

So können zum Beispiel verschiedene Polizeipräsidien oder auch die Verwaltungsfachhochschule eine eigene Webseite erstellen, die alle eine einheitliche Designstruktur besitzen und somit als eine Webseite der "Hessischen Polizei" erkannt werden, sie haben ein "Corporate Design".

Es besteht hier noch eine gewisse individuelle Gestaltungsmöglichkeit, zum Beispiel welche Bilder, Grafiken an einer Stelle verwendet werden, während die Position und die Anzahl der Bilder oder Grafiken vorgegeben sind. Auch ist Platz für eine individuelles Logo.

Des weiteren können verschiedene Varianten der Webpräsenz erstellt und verwaltet werden:

  1. für Nutzer im Internet
  2. für Nutzer im polizeilichen Intranet und
  3. ggf. für ausgewählte Nutzer eines Extranets.

Erstellten Inhalten wird ein Publikationsstatus zugeordnet:

  1. draft = Entwurfsstadium
  2. QA = Qualitätskontrolle
  3. Final = zur Veröffentlichung frei.

Jede Änderung eines Textes oder eines Mediums wird als eigenständige "Version" gespeichert. Ein vorheriger Zustand kann so leicht wieder hergestellt werden. Die lokale Redakteurin oder der lokale Redakteur braucht keine speziellen Kenntnisse in Webdesign und der Erstellung von Homepages.

Ein wichtiges Prinzip des Content Management Systems ist die "Barrierefreiheit" der Darstellung. Die Webseiten sollen auch für Blinde, die über eine Braille-Zeile oder einen Screen-Reader die Webseite aufrufen, nutzbar sein. Deswegen wird auf dynamische Inhalte, JavaScripte oder andere Programmiersprachen, wie zum Beispiel .php verzichtet. Die Webseiten nutzen keine Frames. Fest definierte Bereich werden bei jedem Aufruf einer Seite neu geladen.


Wie geht es?

Das Content Management System verfügt über ein eigenes Dateiverwaltungssystem in Art des "Windows-Explorers" in dem es u. a. eine "Bibliothek" gibt. In die Bibliothek werden alle erforderlichen Dateien abgespeichert, seien es Texte, die als "Contents", oder Bilder, Grafiken usw., die als "Medien" bezeichnet werden.

Neben der Bibliothek wird in dem Dateiverwaltungssystem auch das Navigationsmenü erstellt und verwaltet. Beide haben eigene Strukturen, die unabhängig von einander sind. Sie sind zurzeit vom Landesredaktionsteam festgelegt, das auch Layoutvorlagen, "Templates", bestimmt. Bereits bei der Definition eines Navigationspunktes wird mit diesem ein Template verknüpft. Wer die Berechtigung zum Erstellen eines Navigationspunktes besitzt, legt beim Anlegen eines neuen Navigationspunktes auch das "Template" dazu fest.

Die Medien werden mit dem Content und der Content mit einem Navigationspunkt und dem dazugehörenden Template verknüpft. Danach muss man den Content noch publizieren, damit er in die Webstruktur aufgenommen wird und sichtbar ist.

Um Texten zu erstellen, steht ein WYSIWYG-Editor (WYSIWYG = What you see, is what you get.) zur Verfügung. Texte können über die Zwischenablage in den Editor kopiert werden. Über- und Unterschriften sowie eine Kurzbeschreibung des Textes werden getrennt vom Editor eingegeben. Eine Bearbeitung direkt im Quellcode ist möglich.

Ein Bildbearbeitungsprogramm ist im Content Management System, wie es bei der Polizei in Hessen eingeführt ist, nicht vorhanden. Die Bildbearbeitung muss über eine extra Bildbearbeitungssoftware durchgeführt werden. Mit der Funktion "assign" werden Medien von Datenträgern in das Content Management System geladen. Redakteurinnen oder Redakteure erhalten die Möglichkeit Dateien in das POLAS-System einzuspeisen. Entweder über ein Laufwerk oder einen Scanner. Zu dem Scanner wird auch eine Bildbearbeitungssoftware zur Verfügung gestellt.

Um ein gleichzeitiges Bearbeiten einer Datei durch zwei Redakteure oder Redakteurinnen zu verhindert, gibt es die Funktion "auschecken/einchecken". "Auschecken" öffnet eine Datei, gleichzeitig wird sie für einen anderen gesperrt, sie kann nicht gleichzeitig ein zweites Mal geöffnet werden. Nach dem Bearbeiten muss man wie gewohnt speichern und anschließend die Datei wieder "einchecken". Das "Aus- und Einchecken" ist bei jeder Bearbeitung einer Datei, der Bibliotheksstruktur oder des Navigationsmenüs erforderlich.

Damit eine Änderung auf der Webseite aktiv wird, muss sie nach dem Speichern und Einchecken wieder publiziert werden. Dies geschieht einfach durch Klicken auf einen Funktionsbutton. Eine gesonderte ftp-Software ist nicht erforderlich.


Wer soll damit arbeiten?

Für die Erstellung des Layouts der Webpräsenz und der Navigationsstruktur bis zur dritten Navigationsebene ist das Landesredaktionsteam verantwortlich. Es pflegt auch die Präsentation der Landesseite "Polizei.Hessen.de".

Für die Präsentationen der Präsidien und Dienststellen ist jeweils ein lokaler Redakteur oder eine Redakteurin oder ein lokales Redaktionsteam zuständig. Hier ist es von Vorteil, dass für das Content Management System keine tiefgehenden Kenntnisse der erforderlichen Programmiersprachen erforderlich sind. Lokale Redakteure oder Redakteurinnen können durch einen ein- bis zweitägigen Lehrgang in das Content Management System eingewiesen werden.

Zurzeit gibt es 33 Redakteurinnen oder Redakteure, die eine Berechtigung zum Arbeiten mit dem "Content Management System" haben. Das Landesredaktionsteam setzt sich aus Vertretern verschiedener Behörden zusammen.


Wie soll "es" aussehen?

Mit "es" ist hier die Webpräsenz der Hessischen Polizei gemeint und nicht das Content Management System - deshalb die Anführungszeichen.

Layout von Polizei.Hessen.de

Am oberen Rand des Browserfensters, rechts, befindet sich die "Top-Navigation" mit bestimmten, festen Verwaltungsinhalten oder -funktionen. In dem blauen Streifen befindet sich die oberste Ebene des "Navigationsmenüs".

Dazwischen, rechts, sind drei bis vier Bilder oder Grafiken vorgesehen (Banner), die individuell vom jeweiligen lokalen Redaktionsteam ausgewählt werden können. Die Erstellung des Banners erfolgt zentral über das Landesredaktionsteam bei einer externe Webdesignfirma, um eine einheitliche Qualität zu gewährleisten. In der Mitte ist eine Grafik, die angibt, welche Variante angezeigt wird. Links ist ein Logo der Dienststelle, deren Präsenz aufgerufen ist. Für das Logo gibt es eine einheitliche Vorlage. (ein Beispiel - hier klicken!)

Links, unter dem blauen Streifen werden die Unterpunkte des Navigationsmenüs angezeigt. Diese Bereiche sind auf allen Seiten fest definiert und ändern sich innerhalb einer Präsentation nicht. Nur der Bereich unter dem blauen Streifen in der Mitte und rechts ist veränderlich. Hier erscheinen die jeweiligen Inhalte, Informationen. (Zur Liste der Templates - hier klicken!)

Alle Behörden der Hessischen Polizei müssen das Layout übernehmen. Dies gilt für die Darstellung im Intranet und auch für die Behördenpräsentationen im Internet. Bereits existierende Internetauftritte müssen angepasst werden. Der Termin steht aber noch nicht fest.


Schluss

Mit diesem Überblick möchte ich meinen Vortrag beenden. Es gäbe noch viel mehr zu dem neuen Content Management System der Hessischen Polizei zu sagen, insbesondere was die praktische Anwendung und die Arbeitsoberfläche betrifft. Dieser Vortrag soll nur ein erstes Kennenlernen sein.


Danksagung

Danken möchte ich den Kollegen Knapp und Hangen vom Präsidium für Technik, Logistik und Verkehr, die mir Unterlagen zum Thema und die verwendeten Grafiken zur Verfügung gestellt haben und für meine Rückfragen Zeit hatten.

Der Vortrag kann diesmal direkt unter der Adresse: www.vfh-wiesbaden.de abgerufen und ausgedruckt werden und wie immer über meine Homepage www.mueller7.info.

- Ende -



Erklärung

Ich erkläre, dass ich dieses Referat selbstständig und ohne fremde Hilfe erstellt habe.

Wiesbaden, 23. Oktober 2002



(Christoph Müller)


Quellennachweis

Handbuch für Redaktionen zum Content Management System (ICContent)

Kurzbeschreibung des CMS des Landesredaktionsteams

Download "ICContent" der Fa. "ICTeam" im Internet unter www.ICContent.de


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